Überstunden 2026: Berechnung, Zuschläge und Schwellen erklärt
Ab wann ist eine Stunde eine Überstunde?
Eine Überstunde ist eine Stunde, die über die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit hinaus geleistet wird. Diese Dauer steht im Arbeitsvertrag oder im Tarifvertrag, nicht im Gesetz: das Arbeitszeitgesetz regelt Höchstarbeitszeiten, nicht die Wochenstundenzahl eines Vertrags.
Achtung: nur die tatsächlichen Arbeitsstunden zählen. Eine Ruhepause oder ein Urlaubstag erzeugen keine Überstunden. Deshalb sind eine verlässliche Zeiterfassung und ein korrektes Stundenkonto unverzichtbar, noch bevor überhaupt von Zuschlägen die Rede ist.
Was das Gesetz wirklich vorschreibt
Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) setzt Grenzen, keine Zuschläge:
| Regel | Inhalt |
|---|---|
| Tägliche Höchstarbeitszeit (§ 3) | 8 Stunden, verlängerbar auf 10 Stunden, wenn im Durchschnitt von sechs Kalendermonaten oder 24 Wochen acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden |
| Ruhepausen (§ 4) | 30 Minuten bei mehr als sechs bis neun Stunden Arbeitszeit, 45 Minuten bei mehr als neun Stunden, aufteilbar in Abschnitte von mindestens 15 Minuten, nie länger als sechs Stunden am Stück ohne Pause |
| Ruhezeit (§ 5) | 11 Stunden ununterbrochen nach Ende der täglichen Arbeitszeit, in Gaststätten und Beherbergung um bis zu eine Stunde verkürzbar, wenn der Ausgleich innerhalb eines Kalendermonats oder von vier Wochen erfolgt |
Und die Zuschläge?
Ob Überstunden mit einem Zuschlag vergütet oder durch Freizeitausgleich abgegolten werden, und zu welchem Satz, ergibt sich aus dem Tarifvertrag oder dem Arbeitsvertrag. Einen bundesweit einheitlichen gesetzlichen Satz gibt es dafür nicht. Prüfen Sie also zuerst Ihren Tarifvertrag, der branchenspezifische Regeln vorsehen kann.
Praktisch heißt das: die Arbeit liegt nicht bei den Prozentsätzen, sondern beim sauberen Zählen der Stunden. Wer die geleisteten Stunden nicht verlässlich erfasst, kann weder korrekt auszahlen noch korrekt ausgleichen.
Ein konkretes Beispiel
Nehmen wir eine Mitarbeiterin mit einem 40-Stunden-Vertrag, die in einer vollen Woche 46 Stunden arbeitet:
- Die ersten 40 Stunden: vertraglich geschuldete Arbeitszeit.
- Die 6 Stunden darüber: Überstunden, die je nach Tarif- oder Arbeitsvertrag ausgezahlt oder als Freizeitausgleich gutgeschrieben werden.
- Zu prüfen bleibt die tägliche Grenze: 46 Stunden auf fünf Tage bedeuten im Schnitt mehr als neun Stunden pro Tag, also eine 45-minütige Pause und die Frage, ob die Zehn-Stunden-Grenze eingehalten wurde.
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Die häufigsten Fehler
- Überstunden auf die Anwesenheitsstunden statt auf die tatsächliche Arbeitszeit zählen, die Pause also zu Unrecht mitzählen.
- Nur auf die Wochensumme schauen und dabei die tägliche Höchstarbeitszeit und die Pausenregel übersehen.
- Die elfstündige Ruhezeit zwischen Spätschicht und Frühschicht vergessen.
- Stunden auszahlen, die eigentlich in ein Konto hätten fließen sollen, oder umgekehrt.
Diese Fallstricke gehören zu den häufigsten Fehlern der Stundenverwaltung, siehe Stundenkonto berechnen und die 7 Dienstplan-Regeln in Tarifvertrag Einzelhandel.
Automatisieren, um sich nicht mehr zu irren
Die Berechnung der Überstunden wird trivial, wenn Dienstplan und Zeiterfassung verbunden sind: das Werkzeug kennt die Schwelle, wendet die richtigen Sätze an und meldet Überschreitungen. Squadra Planning berechnet all das laufend. Siehe unsere Preise und den kompletten Leitfaden zur Arbeitszeit.
Zusammengefasst
Die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit als Schwelle, die gesetzlichen Grenzen im Blick (8 bis 10 Stunden am Tag, Pause, 11 Stunden Ruhezeit) und die Behandlung der Mehrstunden nach Tarif- oder Arbeitsvertrag. Nichts Kompliziertes, sofern man von tatsächlich gemessenen Stunden ausgeht und ein Werkzeug die Regeln für Sie anwendet.
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